Stylishe Gemütlichkeit – Der Stofftrend Samt

Samt ist der schönste Stoff, seit es Gemütlichkeit gibt. Hier erfährst du alles, was du über das flauschig-schimmernden Trendtextil wissen musst.

 

Bis vor einigen Jahren galt Samt noch als Stoff, der nur die Wohnzimmer der älteren Generation schmückte. Zu plüschig, zu muffig fand man ihn und so verschwand der Samt für lange Zeit von der Bildfläche unserer Wohnzimmer. Seit Kurzem erlebt Samt aber wieder ein Revival, gibt sich dabei jedoch modern und weltoffen. Und mehr noch: Laut Interior-Experten darf Samt sogar in keinem Wohnbereich mehr fehlen. Schließlich passt seine weiche, aber dennoch edle Textur zu aktuellen Lifestyle Trends 70s und Glam Chic.

Das eigene Heim wird in der hektischen heutigen Zeit wieder zum Zentrum des Lebens und Gemütlichkeit zum obersten Gut. Dennoch spielt Style dabei eine große Rolle. Denn Samtsofas werden nicht zusammenhangslos im Raum platziert. Mit ihrem Vintage-Stil haben sie ihren festen Platz zwischen dem Minimalismus und den geraden Linien des Contemporary Designs. Kompositionen mit Gestellen im modernen Metallic-Look oder Tischplatten aus kühlem Marmor, heben die schimmernde Samtstruktur des Polsterstoffs noch besser hervor.

Auch in puncto Farbe hat sich der Samt an die heutigen Ansprüche angepasst. Samt kommt aktuell gerne in kräftigen, dunklen Tönen daher – von Beere über Waldgrün bis Petrol. Aber auch sanfte Pastelltöne oder helles Grau stehen einem Samtsofa oder -kissen ausgesprochen gut. Samt ist jedoch vielleicht (noch) nicht jedermanns Sache und so manch einer muss sich erst wieder an die Qualitäten des Stoffs gewöhnen. Dafür eignet sich Samt insbesondere in gedeckten Naturtönen, die sich dann auch wunderbar in einem im HYGGE Stil eingerichtetem Wohnzimmer machen würden. Alternativ kann der Stoff auch erst dezent aber akzentuiert als Kissen oder Vorhang eingesetzt werden.

Eine kleine Samtkunde

Aber was macht Samt eigentlich zu Samt? Der Name Samt stammt vom altgriechischen Wort “Hexamitos”, was sechsfädig bedeutet. Samt besteht also aus einem Gewebe über dem vielen kleine Fäden liegen, die sogenannten Garnenden oder Polfäden. Gemeinsam bilden sie eine Fläche, die, wenn man mit der Hand darüber streicht, das typische Samtgefühl vermittelt. Diese Fläche nennt man auch Flor und beim Samt ist dessen Länge nur recht kurz, maximal zwei bis drei Millimeter.
Früher wurde Samt hauptsächlich aus Seiden-Gewebe hergestellt, heute besteht er jedoch meistens aus Baumwolle oder Synthetik. Beim Samt unterscheidet man zudem zwischen verschiedenen Typen, die von der Verarbeitung und dem Material abhängig sind. Eine sehr bekannte Art ist der Flocksamt, der auch als Velvet bezeichnet wird, bei dem die Fäden nur aufgeklebt werden und somit die Samtoberfläche nachahmen. Es gibt aber auch noch viele weitere Arten, wie z. B. Ketten-, Manchester oder Genua-Samt, nur um ein paar einmal beim Namen zu nennen.

Ein Stoff mit Geschichte

Dass es so viele Samt-Arten gibt, ist ein Zeugnis der langen Geschichte des Stoffs. Bereits im Spätmittelalter importierten italienische Handelsleute Samt aus dem Morgenland nach Europa, wo er durch seine edle Struktur bei den Adelshäusern bald sehr gefragt war. Samt wurde zum Renner bei denen, die ihn sich leisten konnten und man setzte ihn überall ein, wo man es sich erlauben konnte. Nicht nur als Möbelstoff, sondern vom Samtkissen über Tapeten hin zum Kleidungsstück zierte das Gewebe alles, was das betuchte Herz der Menschen der Renaissance begehrte. Nicht ohne Grund wird Samt deshalb auch heute noch als “Königsstoff” bezeichnet.

Für immer und immer: Die richtige Pflege

Hat man sich einmal für ein flauschiges Sofa aus Samt entschieden, will man die gemütliche Struktur seines Gewebes natürlich auch so gut wie möglich erhalten. Heute, wo Samt vorwiegend aus Baumwolle oder synthetischen Fasern besteht, geht die Pflege zum Glück recht leicht von der Hand. Gerade wenn Samt als Sofastoff eingesetzt wird, kann man die Couch einfach absaugen. Trockener Schmutz oder hartnäckiger Staub kann mit einer Polsterbürste entfernt werden, wobei man jedoch darauf achten sollte nicht gegen den Strich zu bürsten, um Muster zu vermeiden. Alle weiteren Flecken sollten so schnell wie möglich mit einem feuchten Tuch und gegebenenfalls Polsterschaum entfernt werden.
Hat man nur eine kleine Menge Samtstoff, wie z. B. bei einem Kissen, sollte man den Bezug tunlichst nur von Hand mit einem geeigneten Feinwaschmittel waschen und bloß nicht in der Maschine. Nach dem Waschen sollte man den Stoff in einem Handtuch antrocknen und dann zum Trocknen aufhängen. So können die schlimmsten Falten und Muster vermieden werden.

Samt – ein Stoff zum Wohlfühlen

Samt ist keineswegs mehr altbacken. Der geschichtsträchtige Stoff ist aktueller denn je und schimmert modern und gemütlich durch unseren Interior-Bereich. Besonders in Kombination mit schlichten, geradlinigen Design werden Sofas und Kissen aus Samt gut zur Geltung gebracht. Wichtig ist dabei jedoch immer die richtige Pflege, damit man die kuschelige Textur auch so lange wie möglich genießen kann.