Ariane Stippas gemütliches Zuhause

Ariane arbeitet als Fashion und Beauty Redakteurin sowie als Make-up Artist in Berlin. 2011 hat sie ihren Blog „Primer & Lacquer“ gegründet.
Mit ihrem Mann Rainer und ihren beiden Töchtern Luca und Alma wohnt sie auf 114 Qadratmeter im belebten Stadtteil Kreuzberg. Wir haben die 32-Jahrige in ihrem Zuhause besucht.
Ariane, wie habt ihr eure Wohnung strukturiert? Wie nutzt ihr die drei großen Räume?
Als wir vor ziemlich genau fünf Jahren gemeinsam in diese Wohnung gezogen sind, waren wir mit dem Platz fast ein wenig überfordert. Wir wohnten vorher beide jeweils auf kleinstem Raum – ich in einer WG und mein Mann allein in einer 1-Raumwohnung. Wir hatten dementsprechend auch nur wenige Möbel und als wir diese dann zusammen in der Wohnung sahen, mussten wir erst einmal schauen, wie wir die Räume nutzen wollen. Durch unsere erste Tochter hat sich dann schon einiges in den Räumen verändert und wir haben, als sie anderthalb war, unser gemütliches, ruhiges Schlafzimmer zum Hinterhof für sie als Kinderzimmer eingerichtet. Nun haben wir ein großes Elternzimmer mit aufwendigem Stuck und Intarsienparkett, das wir auch tagsüber gern nutzen. Dort steht ein kleiner Schreibtisch, ein Sofa und mein Plattenregal mit den Plattenspielern.

In unserem Wohnzimmer steht ein großer selbstgebauter Esstisch mit vielen unterschiedlichen Stühlen, wo Freunde und Familie oder auch mal eine ganze Kitagruppe Platz finden. Der Tisch war eigentlich unser erstes neues Möbelstück in der Wohnung … Wir haben die Dielen selbst geschliffen, lackiert und zusammengebaut – und hängen daher ganz schön an ihm. Am liebsten machen wir es uns mit den Kindern auf unserem großen Sofa gemütlich. Dort können wir gemeinsam Mittagsschlaf machen, den Kindern Bücher vorlesen oder an einem verregneten Wochenende einen Filmnachmittag starten. Und abends, wenn die Kids im Bett sind, schauen wir gerne mal bis spät in die Nacht Lieblingsserien auf Netflix.

Wie würdest du euren Einrichtungsstil beschreiben?
Wir haben keinen einheitlichen Stil in der Wohnung und wussten auch nicht sofort, wie wir wohnen möchten. Die Wohnung musste erst mit uns als Familie wachsen und wir sind gefühlt auch immer noch nicht fertig. Wir fühlen uns aber sehr wohl hier und es macht unwahrscheinlich viel Spaß, nach einer gewissen Zeit mal wieder ein Teil zu ersetzen oder eine Wand zu streichen.

Unsere Einrichtung ist ein Mix aus alten, liebgewonnenen Stücken aus der Familie, Vintagemöbeln und Accessoires von Kleinanzeigen, vom Trödel und unseren Reisen sowie natürlich ausgewählten, neueren Stücken.

Was beeinflusst dich bei der Wahl von Farben, neuen Möbeln und Accessoires?
Vor ein paar Jahren mochte ich alles noch sehr minimalistisch und hell. Die wenigen Möbel, die ich besaß, waren Weiß oder aus Teakholz und meine Wände waren ebenso Weiß oder nur der Rauputz war zu sehen. Über die Jahre habe ich aber eine Liebe zu etwas kräftigeren Farben entwickelt. Ich finde, sie geben dem Raum etwas mehr Stimmung und Behaglichkeit. Vor allem bei den großen Berliner Altbauzimmern mit 3,5 m hohen Decken können ganz weiße Räume schnell zu kühl und steril wirken.
Wir haben vor über zwei Jahren unser Wohnzimmer in einem dunklen Grau-Grün gestrichen und es bisher keinen Tag bereut. Ich mag besonders, dass unser graues Samtsofa sich nun so richtig vor der grünen Wand abhebt und die Farben des Bezugs je nach Licht zwischen bläulich oder violett changieren. Im Schlafzimmer sind wir etwas heller geblieben. Die Wandfarbe ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Es ist ein warmes Hellgrau mit einem Grünstich – davor wirken die weißen Möbel besonders gut.
Wo lässt du dich inspirieren? Hast du vielleicht sogar ein Interior-Vorbild?
Ich lasse mich gern von alten Filmen oder Bildbänden aus früheren Jahrzehnten inspirieren. Aber auch von Hotels oder Boutiquen in anderen Städten. Eine der größten Inspirationen in diesem Jahr war unser zweimonatiger Trip durch Kalifornien. Danach musste bei uns unbedingt auch eine Geigenfeige einziehen. Sie steht in unserem Schlafzimmer und erinnert mich jeden Tag an meine Traumstadt L.A.

Wie hat sich eure Wohnung mit der Geburt eurer ersten Töchter verändert? Worauf habt ihr geachtet, damit sie trotz eurer Liebe zu Design auch kindgerecht ist?
Außer dass wir natürlich einen Wickeltisch, Babybett, Stubenwagen usw. plötzlich bei uns herumstehen hatten, hat sich erst mal nicht so viel verändert. Als unsere Tochter dann nachts durchschlief, bekam sie ein eigenes Zimmer – es einzurichten machte mir so richtig Spaß. Wir berücksichtigen ihre Wünsche, wie Farben für die Wände und Kommoden und nach und nach wurde es immer schöner und gemütlicher. Ich verbringe dort sehr gerne Zeit mit meinen Kindern.
Im Rest der Wohnung hat sich sonst gar nicht soo viel verändert, da wir auch vorher keine fragilen Möbel hatten. Aber ein neues Sofa musste nach fünf Jahren her, denn unser altes hatte ganz schön was erlebt und sah nicht mehr so gut aus. Deshalb entschieden wir uns dieses Mal für einen robusteren, dunkleren Stoff und sind bisher super happy. Die Schlaffunktion ist außerdem sehr praktisch und kommt bei uns häufig zum Einsatz, wenn die Familie zu Besuch kommt. Man kann erstaunlich gut darauf schlafen und das Bett ist ganz easy aufzuklappen. Einige Deko-Accessoires auf Sideboards oder dem Couchtisch mussten allerdings vorerst weichen, da unsere Kleinste diese regelmäßig abräumt.
Deine wichtigsten Tipps für ein gemütliches Wohnzimmer?
Am wichtigsten ist für mich, dass man sich wohlfühlt. Nur weil ein Raum schön aussieht, heißt es ja nicht, dass man sich dort auch gerne aufhält.

Und was sind deine Lieblingsmaterialien für den Winter?
Samt ist natürlich super edel und hat in den winterlichen Monaten einen besonderen Charme. Ich mag vor allem dunkelblauen, waldgrünen oder curryfarbenen Samt – oder entsprechende Wollstoffe – und konnte mich für unser Sofa im Vorfeld kaum entscheiden. Zu unserem grauen Bezug kombiniere ich gerne Kissen in unterschiedlichen Farben und Mustern, die ich mir auf Reisen oder in Boutiquen zusammengesucht habe. Dann sieht es nicht zu perfekt gestylt aus und hat einen eigenen Charakter. Unseren Teppich habe ich vor ein paar Jahren aus Marokko mitgebracht, aber ich möchte ihn irgendwann vielleicht durch einen anderen, mit einem etwas verspielteren Muster, ersetzen.

Wie sieht ein perfekter Wintertag mit deiner Familie aus? Und wie verbringt ihr die Vorweihnachtszeit mit euren Töchtern?
Wir waren diesmal früh dran und haben schon vor dem ersten Advent an zwei Nachmittagen zusammen gebacken und Plätzchen verziert. Das war super, denn auch die Kleinste hat fleißig mitgemacht. Ansonsten basteln wir auch sehr gerne. Im Moment sind die Sterne aus Butterbrottüten bei meiner großen Tochter hoch im Kurs – wir haben unsere Fenster schon dekoriert, daher bereiten wir nun auch welche für Familie und Freunde als kleines Mitbringsel vor.
Und wie feiert ihr dieses Jahr Weihnachten?
Genauso wie im letzten Jahr schon bei uns zu Hause. Wir lieben es, eine eigene kleine Tradition zu haben. Wir kaufen wieder eine schöne Kiefer und werden sie mit wenigen, aber besonderen Ornamenten schmücken. Dann bauen wir unsere Pyramide auf, die wir von meinen Eltern bekommen haben und hängen die gefalteten Weihnachtssterne von meiner Schwiegermama ins Fenster. Meine Eltern kommen außerdem über die Feiertage angereist … Am 24. werden wir dann zum Konzert des Kinderchors meiner Tochter in die Kirche gehen und abends ein kleines Menü kochen. An den darauffolgenden Tagen genießen wir die außergewöhnliche Ruhe in Berlin, schlendern über Weihnachtsmärkte und essen viele Plätzchen.

Wenn ihr das Weihnachtsfest zu Hause verbringt … Was macht es für dich zum perfekten Fest?
Neben dem Schmücken und Vorbereiten der Wohnung, dem Plätzchenbacken und den Basteleien mit den Kindern, sind es Freunde und Familie, die das Fest erst komplett machen. Wir sind sehr gerne Gastgeber und laden nach dem 24. nicht nur Familie, sondern auch gerne Freunde mit Kindern zum gemütlichen Brunch und zum Essen ein.