Gemütliches Wohnen in 10 Schritten – So gelingt’s!

Was gemütlich ist und was nicht, liegt ganz im Auge des Betrachters. Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, um eine grundlegende harmonische Atmosphäre zum Wohlfühlen und Entspannen zu schaffen.

Die eigenen vier Wände erfüllen viele Funktionen: Sie dienen als Rückzugsort, Inspirationsquelle, Treffpunkt, Wohlfühloase oder auch als Arbeitsplatz. Vor dem eigentlichen Einrichten solltest du dir daher schon vorab ein Bild von den Räumlichkeiten machen und davon, welche deiner Ansprüche sie erfüllen sollen. Räume, wie Wohn- und Schlafzimmer, die ein gewisses Maß an Gemütlichkeit fordern, sollten besonders gut durchdacht sein – hier kommen wir schließlich zur Ruhe und können dem anstrengenden Arbeitsalltag entkommen. Erschaffe in 10 Schritten deine ganz persönliche Wohlfühloase …

#1 Das perfekte Arrangement
#2 Die Möbel – Klare Verhältnisse statt wilder Stilmix
#3 Mit allen Sinnen wohnen
#4 Das richtige Farbkonzept
#5 Natürliche Materialien für eine gemütliche Atmosphäre
#6 Ins rechte Licht rücken
#7 Ohren auf bei der Raumgestaltung
#8 Wohnaccessoires für den persönlichen Touch
#9 Saisonale Abwechslung
#10 Rundum Wohlfühlen

#1 Das perfekte Arrangement

Ein angenehmes Raumklima hängt von vielen Faktoren ab. Bereits die Anordnung der Möbel kann Einfluss darauf haben, ob ein Raum gemütlich wirkt oder nicht. Während eine reduzierte Einrichtung schnell kühl und unbelebt anmutet, wirken vollgestellte Räume oftmals beengt und führen zu einer Reizüberflutung. Und auch die Raumgröße ist nicht zu unterschätzen: In großen, offenen Raumkonzepten wirken Möbelstücke oft schnell verloren, geradezu miniaturhaft, in kleinen Räumen klobig und sperrig. An Entspannung und Gemütlichkeit ist dann kaum zu denken.

Damit beides vollends Einzug in dein Zuhause finden kann, ist es ratsam, den Raum in entsprechende Bereiche einzuteilen und so Ruhe-, Ess- und Arbeitsbereich klar voneinander abzutrennen. Im Idealfall sollte der Arbeitsplatz vom Sofa oder Bett aus nicht zu sehen sein – so kannst du wunderbar entspannen, ohne die liegengebliebene Arbeit im Nacken zu haben. Raumtrenner in Form von Regalen oder auch Teppichen eignen sich perfekt dazu, eben diese Bereiche zu definieren. Aber auch das Arrangement einzelner Möbelgruppen im Raum schafft bereits eine gemütliche, wohnliche Umgebung – hier ein Longchair als Leseecke, dort eine Sofagruppe zum Entspannen und ein kleiner Schreibtisch in der Ecke, der als Arbeits- oder auch Bastelfläche dient.

>> Weitere Tipps für eine optimale Ausrichtung deiner Einrichtung findest du in unserem Feng Shui Artikel!

Deine persönliche Leseecke: Ein gemütliches Daybed, arrangiert mit verschiedensten Kissen und stilvollen Beistelltischen, lädt zum Verweilen und Entspannen ein

#2  Die Möbel: Klare Verhältnisse statt wilder Stilmix

Im Gegensatz zum Arbeitszimmer oder der Küche, in denen die Raumausstattung gerne anregend und kreativitätsfördernd ausfallen kann, sollten Wohn- und Schlafbereiche ausgeglichen und harmonisch gestaltet werden. Grundlegend für eine gemütliche Atmosphäre sind die Möbel. Ein wilder Mix aus verschiedenen Stilen, Materialien und Linien mag zunächst einmal spannend klingen, doch kann dies auch schnell ins Negative umschlagen und Gefahr laufen, unruhig, undurchdacht und unordentlich zu wirken. Unsere Augen kommen hier nicht zur Ruhe, sondern schweifen von einem Möbelstück zum anderen.

Verwende deshalb vorwiegend Möbel mit klaren Linien. Sie sorgen für eine entspannte, aufgeräumte Umgebung. Mit einzelnen Möbelstücken kannst du dann gezielt Akzente setzen, ohne den Raum optisch zu überladen … Zum Beispiel ist ein individueller Mix aus Alt und Neu charmant, vermittelt Wärme und sorgt für ein wohnliches Gesamtbild.

Heimkommen und wohlfühlen! Eine gelungene Komposition aus geradlinigen Möbeln und dezenten Accessoires vermittelt Harmonie und Ordnung

>> Wir verraten dir, wie du mit den richtigen Möbeln dein gemütliches Wohnzimmer einrichtest!

#3 Mit allen Sinnen wohnen

Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir in den eigenen vier Wänden. Dass es daher wichtig ist, dort alle Sinne anzusprechen, geht oftmals unter. Meist konzentrieren wir uns in erster Linie auf visuelle Reize. Doch wir finden: Wohnen sollte ein Erlebnis sein! Und schlagen daher Folgendes vor … Setze dich mit den Gegebenheiten deiner Wohnung auseinander und spiele bewusst mit farblichen und haptischen Kontrasten (ja, auch wie sich etwas anfühlt, ist wichtig). Denke außerdem an die Vorzüge von Düften – seien es frische Blumen, gut riechende Raumdüfte oder Aromakerzen. Nur so gelingt es dir, wirklich alle Sinne zu aktivieren.

Harmonische Farben, verschiedene Materialien, frisch Gebackenes und gut riechende Blumen – ein tolles Gesamtpaket für die Sinne!

#4 Das richtige Farbkonzept

Farben können im Wesentlichen dazu beitragen, die gewünschten Qualitäten eines Raumes zu unterstreichen. Aufgrund dessen ist das richtige Farbkonzept für den jeweiligen Raum besonders wichtig. Während Gelbtöne konzentrationsfördernd wirken und daher in Arbeitsbereichen beheimatet sind, regt Türkis unsere Kreativität und spielerische Leichtigkeit an. Farben wie Weiß und Beige lassen Räume mit wenig Tageslicht nicht nur heller erscheinen, sondern stehen insgesamt für positive Eigenschaften, wie Ordnung, Leichtigkeit und Reinheit – sie sind also optimal als Grundtöne für deinen persönlichen Wohlfühlort!

Denk daran: Gemütlich ist, was dir gefällt! Auch Ton in Ton ist gern gesehen. Um dem klinisch-kühlen Touch von Weiß entgegenzuwirken, bietet sich zum Beispiel der Einsatz verschiedener Oberflächen, Strukturen und Materialien an: eine grob gestrickte Decke in Wollweiß, ein Langflorteppich in Reinweiß und ein gemütliches Sofa aus cremeweißem Webstoff – und schon ist ein behagliches Ambiente geschaffen.

>> Mehr über die richtige Farbwahl erfährst du in unserer Farbenlehre! 

Mach’s dir gemütlich! Die unterschiedlichen Braun- und Blautöne spenden dir nach einem anstrengenden Tag Wärme und Ruhe

#5 Natürliche Materialien für eine gemütliche Atmosphäre

Ähnlich wie Farben können auch Materialien Wohnbereiche optisch miteinander verbinden oder abgrenzen – und auch hier schafft eine harmonische Kombination Gemütlichkeit. Das menschliche Auge verlangt nach Ankerpunkten im Raum, an denen es sich orientieren kann. Während glatte Oberflächen allein den Blick schnell abschweifen lassen und platt oder eindimensional wirken, verleiht das Zusammenspiel aus verschiedenen Textilien und Oberflächenstrukturen dem Raum Tiefe und Wohnlichkeit.

Eine gute Basis für eine wohnlich-warme Atmosphäre ist Holz. Der natürliche Rohstoff verbessert nachweislich das Raumklima und strahlt eine natürliche Wärme aus. Die unterschiedlichen Maserungen bringen ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild mit sich. Hinzu kommen Wolle und Filz. Beide Naturmaterialien spenden Wärme und bestechen durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und eine besondere Haptik. So bringst du eine natürliche Lebendigkeit in dein Zuhause, die sich positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt.

>> Du liebst natürliche Farben, Formen und Materialien? Dann ist der Natural Look genau das Richtige für dich!

Entspannung pur! Das natürliche Erscheinungsbild der unterschiedlichen Materialien schafft ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen spannender Haptik und schlichter Eleganz

#6 Ins rechte Licht rücken

Das richtige Licht ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen oder nicht. Zu dunkle Räume wirken oftmals ermüdend, während kühles, bläuliches Licht eher an eine Arztpraxis oder moderne Büroräume erinnert, als an einen gemütlichen Rückzugsort. Schatten, Platzierung und Anzahl der Lichtquellen – sowie die Lichtfarbe – beeinflussen die Raumwirkung. Je nach Intensität, Farbe und Kontrast wird so ein vollkommen anderes Raumempfinden durch Licht erzeugt.

Ein Raum ohne Schatten wirkt monoton und kühl – gleicht einer minimalistisch eingerichteten Eingangshalle. Für Wohn- und Schlafbereiche solltest du deshalb Lichtinseln schaffen, die durch eine Mischung aus indirekter und direkter Beleuchtung entstehen. Dabei gibt es drei verschiedenen Lichtquellen: Zum einen benötigt jeder Raum eine allgemeine (Decken-)Beleuchtung, die ein funktionales, helles Licht erzeugt und im Alltag eingesetzt werden kann. Im Arbeitsbereich oder der Leseecke sollten zudem einzelne Strahler angebracht werden, die einen bestimmten Bereich fokussiert beleuchten. Diese beiden Lichtquellen bieten direktes Licht, das kontrastreich und konzentriert ist. Ergänzend dazu setzt du indirekte Lichtquellen ein, die der Entspannung dienen.

Gekonnt in Szene gesetzt: Neben Sofa und Teppich ist die kunstvoll inszinierte Lampe ein stilvoller Hingucker

#7 Ohren auf bei der Raumgestaltung

Ob wir einen Raum als gemütlich empfinden oder nicht, wird zunächst über den visuellen Eindruck entschieden. Entspricht die Ausstattung meinen Vorstellungen? Welche Accessoires und Farben wurden eingesetzt …? Doch ähnlich wie die richtige Beleuchtung beeinflusst auch die Akustik unser Raumempfinden.

Insbesondere Wohnräume, die nach dem Konzept des kommunikativen Wohnens in einer offenen Raumgestaltung konzipiert und mit modernen Materialien wie Beton, Glas und anderen glatten Materialien ausgestattet sind, laufen Gefahr, eine schlechte Raumakustik mit langen Nachhallzeiten zu fördern. Die glatten Oberflächen verstärken jedes Geräusch, das zudem nachhallt. Der eigentliche Zweck des Konzepts – eine entspannte, offene Kommunikation – wird hier kaum erfüllt.

Abhilfe schaffen Teppiche, Raumtrenner und Vorhänge. Sie brechen die Schallwellen und tragen zu einer angenehmen Akustik bei. Vorhänge besitzen noch einen weiteren Vorteil: Mit ihnen entsteht ein Gefühl von Privatsphäre und Geborgenheit. Schließlich wirken leere, „nackte“ Fenster meist ungemütlich und kalt – und vermitteln oftmals den Eindruck, auf dem Präsentierteller zu sitzen.

Textilien, wie Teppich und Felle, verschiedene Hölzer und Pflanzen sorgen für eine gemütliche Boho-Look-Atmosphäre und eine angenehme Akustik

#8 Wohnaccessoires für den persönlichen Touch

Für ein gemütliches Zuhause sind die richtigen Möbel natürlich grundlegend, doch auch das Thema Dekoration sollte gleichermaßen wichtig genommen werden. Sie bildet schließlich das Herzstück deiner Einrichtung, verleiht ihr einen individuellen Charakter und einen ganz bestimmten Look. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr! Kommen zu viele Accessoires gleichzeitig zum Einsatz, wirkt das Gesamtbild schnell überladen, undurchdacht und unaufgeräumt. Setze lieber auf ausgewählte Stücke, persönliche Andenken und Bilder. Sie verleihen dem Raum nicht nur eine persönliche Note, sondern wecken schöne Erinnerungen, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Die Konzentration auf einige wenige Accessoires beruhigt zudem das Auge – einzelne Farbakzenten oder Deko-Highlights zentrieren den Blick.

Liebe zum Detail: Gekonnt eingesetzte Accessoires, die in hellen Naturtönen den spannenden Kontrast zwischen Sofa- und Wandfarbe unterstreichen

#9 Saisonale Abwechslung

Gemütlichkeit sollte in deinen vier Wänden natürlich nicht nur im Winter vorherrschen. Jede Jahreszeit hat ihr ganz eigenes Verständnis von Gemütlichkeit. Während im Winter warme Materialien und Farbtöne in Kombination mit Kerzenschein und schweren, winterlichen Düften – wie Zimt, Pinie oder Mandel – ein behagliches Ambiente schaffen, erwecken uns im Frühjahr Pastellfarben, luftige Leinenstoffe und Tulpen aus dem Winterschlaf. Im Sommer wiederum wirken knallige Farben vitalisierend und frische Wiesenblumen versprühen auch an manch verregnetem Tag einen sommerlichen Duft.

Dabei muss nicht gleich die ganze Wohnung umgestaltet werden. Kleinere Accessoires, wie Kissen, Tisch- oder Bettwäsche – genauso wie Kerzen und Vasen – lassen sich ohne großen Aufwand schnell an die jeweilige Saison anpassen und sorgen für einen ganz neuen Look.

Passend zur kalten Jahreszeit stimmen brombeerroter Samt, ein Kranz aus Kerzen und schwarzer Marmor auf die festlichen Tage ein

#10 Rundum Wohlfühlen

Die richtige Einrichtung spielt für ein gemütliches Zuhause natürlich eine wichtige Rolle, doch auch andere Faktoren tragen dazu bei, sich rundum wohlzufühlen. Nimm dir Zeit für dich und versuche, deinen Alltag bewusst zu entschleunigen. Greif nach einem anstrengenden Arbeitstag zu einer heißen Tasse Tee und einem guten Buch statt zum Laptop. Wirf dich in deinen Lieblingspyjama und lass dich in deiner persönlichen Wohlfühloase einfach mal fallen.

>> Weitere Inspirationen findest du auf unserem Pinterest Board zum Thema Cozy Home!