Arts & Crafts

Arts & Crafts bezeichnet eine in Großbritannien stattgefundene Bewegung in Kunst und Produktdesign von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre. Im zeitlichen Kontext war Arts & Crafts eine Gegenbewegung zur Industrialisierung mit ihren drastischen sozialen Folgen. Ziel war es, das Handwerk-Ideal zu erneuern und so der maschinellen Massenproduktion entgegen zu treten. Die Reformer, allen voran William Morris (1834-1896) und John Ruskin (1819-1900), kritisierten insbesondere, dass von nun an Massenware stilbildend den Geschmack der Bevölkerung beeinflusste. Zwar bewirkte die Bewegung eine internationale Debatte über das Verhältnis von künstlerischen Anteilen in der industriellen Produktion, doch die sozialen Auswirkungen hielten sich in Grenzen. Auch, weil die aus der Arts & Crafts Bewegung hervorgegangenen Produkte wegen der hohen Kosten mit der Konkurrenz bei weitem nicht mithalten konnten. Trotz allem gelten Morris und Ruskin als wichtige Vorreiter des modernen Produktdesigns, in dem es nicht nur um eine effektive Herstellung, sondern auch um den humanen Gebrauch der Gegenstände geht. Bauhaus und anschließend das Skandinavische Design haben dies in den folgenden Jahrzehnten weiter gedacht. Zu den wichtigen Vertretern der Bewegung zählt auch der Innenarchitekt Charles Rennie Mackintosh.

(Grafik: istockphoto)