Jugendstil

Jugendstil oder Art nouveau ist eine um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert verordnete Kunstepoche, die ihre Blütezeit von 1890 bis 1910 hatte. Der Begriff Jugendstil wird nur im deutschen Sprachraum verwendet und geht auf die Münchner Kunstzeitschrift Die Jugend zurück, passt aber auch zum damaligen Ruf des Stils, der von einer jungen, modernen, originellen Bewegung sprach. Der Jugendstil ging aus der englischen Arts and Crafts Bewegung hervor, die eine Rückbesinnung auf kunsthandwerkliche Traditionen propagierte. Die Vertreter des Jugendstils strebten ebenfalls nach einer Verschmelzung von Kunst und Alltag: Ein Produkt sollte sowohl funktional sein, als auch kunstvoll ästhetisch. Zudem sollte es zum einen dem Handwerker als auch dem Verbraucher Freude bereiten. Fließende Linien, florale Ornamente, geometrische Formen und symbolische Gestalten prägen das äußere Erscheinungsbild des Jugendstils in Malerei, Bildhauerei, Möbeldesign und Architektur. Dabei ist das große Vorbild stets die Natur, weshalb sich auch viele Tiere wie Löwen oder Eulen als Symbole finden. Der Jugendstil verlief zeitlich zum Historismus, ahmt jedoch anders als dieser keine vergangenen Epochen nach. Es gab mehrere Jugendstil-Vereinigungen, wie die Berliner, Münchner und Wiener Secession. Letztere wurde unter der Führung von Gustav Klimt zur bedeutendsten. Weitere berühmte Vertreter waren Franz von Stuck und Louis C. Tiffany.

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