Thonet, Michael

Michael Thonet (1796 – 1871) war ein deutsch-österreichischer Tischlermeister und gilt als Pionier der Möbelindustrie. Er war Gründer der Gebrüder Thonet Bugholzmöbel-Fabrik und erlangte mit seinem Konsumstuhl Nr. 14 von 1859 – auch als Wiener Kaffehausstuhl bekannt – weltweite Bekanntheit. Mit dem Design gewann er die Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1867. Zu seiner größten Errungenschaft zählt ein Verfahren zum Biegen massiven Buchenholzes für die industrielle Herstellung. Thonet trug damit entscheidend zum Übergang von Handwerk zur industriellen Massenproduktion bei. Auch nach seinem Tod blieb Thonet erfolgreich und feierte unter anderem mit den Stahlrohrmöbeln von Designern des Bauhaus große Erfolge.

Ursprünglich stammte Michael Thonet aus Boppard, wo er auch seine erste Werkstatt hatte und um 1830 erste eigene Entwürfe mit Bugholz fertigte. Als er 1841 bei einer Gewerbeschau auf den Fürsten von Metternich traf, war der von Thonets Möbeln so begeistert, dass er ihn an den Wiener Hof einlud. Thonet siedelte mit seiner Frau und seinen fünf Söhnen um, arbeitete zunächst in den Werkstätten anderer, bis er sich 1849 wieder selbstständig machte. 1853 übertrug Thonet seine Firma offiziell seinen Söhnen, woraufhin sie als Gebrüder Thonet firmierte.

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