Ein rollendes Zuhause: Im Gespräch mit Clémence Polge

Abenteuer „Welt entdecken“: A kutch life Gründerin Clémence Polge wurde vom Reisefieber gepackt und verwirklicht seither gemeinsam mit ihrem Freund Thomas ihren Traum vom mobilen Eigenheim …  

Wenn sie gerade nicht auf Reisen ist, dann lebt Clémence in Montpellier im Süden Frankreichs und bloggt auf A kutch life über Interior Design und die schönen Dinge des Lebens. Seitdem sie das Reisefieber gepackt hat, berichtet sie auf ihrem Blog außerdem über ihr persönliches Abenteuer auf den Straßen Europas. Mit uns sprach sie vorab von ihren großen Plänen.

Clémence, du hast dich für ein Nomadenleben entschieden – wie kamst du auf diese Idee?

Clémence: Ausziehen, um die Welt zu bereisen, ist ein Traum, den ich schon habe, seit ich klein bin. Mit dem Erwachsenwerden wurde aus dem kleinen Traum ein großer, doch mit dem Erwachsenenleben kommen auch Unwägbarkeiten, enttäuschte Hoffnungen, gebrochene Versprechen sowie berufliche und private Situationen, die nicht immer optimal sind … Und vor allem die Angst, das Leben komplett zu ändern – die Angst davor, nicht mehr in die Schublade zu passen, in der wir bisher steckten. Doch dann wurde ich 30 Jahre alt, begegnete dem Einen, und dank ihm fing ich nach fast 10 Jahren der Immobilität wieder an zu reisen. Und schon flammte der alte Traum wieder auf!

Clémence und Thomas auf ihrer Reise durch Kanada vor einer Berglandschaft
Clémence und Thomas auf ihrer Reise durch Kanada

Im September 2016 sind wir in Kanada 3000 km auf einer Straße Richtung Westen gefahren. Wir schliefen in einem großen geliehenen Auto auf einer Matratze im Kofferraum – Abenteuer pur! Einmal im Herzen der Natur angekommen, wollten wir nicht mehr dort weg und packten den Entschluss, auch die restliche Welt auf genau diese authentische Weise zu entdecken. Zurück in Frankreich haben wir zwar zunächst verschiedene Möglichkeiten recherchiert, im Ausland zu arbeiten, aber das war nicht unser wahrer Traum: Wir wollten nicht einfach auswärts genau das Leben weiterleben, das wir uns hier im Laufe der Zeit aufgebaut hatten. Und so entstand die Idee vom Nomadenleben.

Viele andere haben es getan … Warum wir nicht? Im Frühjahr haben wir uns dann dafür entschieden.

Was sind eure nächsten Ziele?

Clémence: Die erste Etappe betrifft erstmal nur Europa. Wir beginnen unsere Rundreise in Italien, wo wir uns alles anschauen werden – inklusive Sizilien. Dann geht’s Richtung schweizer, österreichischer und deutscher Alpen. Wir wollen Weihnachten und Silvester in Deutschland verbringen, um so viel wie möglich von den örtlichen Bräuchen mitzubekommen. Danach geht es weiter Richtung Baltikum und dann nach Skandinavien. Den Frühling wollen wir in Südnorwegen verbringen, um die volle Schönheit dieser Jahreszeit dort zu erleben. Dann geht es nach Finnland und anschließend … wer weiß? Da wir unsere Katze Nel mitnehmen, müssen die Ziele auch ein bisschen zu ihr passen.

Und was wirst du während eurer Reise am meisten an Montpellier vermissen?

Clémence: Unser Ansatz ist es, uns vom Materiellen zu lösen und uns wieder aufs Wesentliche zu konzentrieren – aus Prinzip, aber auch aus rein praktischen Gründen, da ein Transporter natürlich nicht genauso groß ist wie ein Appartement. Da müssen wir sortieren, weggeben und können nur das Nötigste mitnehmen. Aber wir werden einige Dinge, an denen wir hängen oder die besonders schön sind, einlagern. Als Innenarchitektin kann ich mich nicht einfach um 180° ändern. Im Grunde wird aber das Einzige, das ich wirklich vermissen werde, meine Familie und Freunde sein.

Portrait von Clémence

Clémence und Thomas vor einem blauen VW-Bus
Clémence und Thomas vor ihrem Transporter, mit dem sie verreisen

Neben deiner Leidenschaft fürs Reisen schlägt dein Herz für schöne Einrichtung … Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Clémence: Meine Einrichtung ist nicht mehr die, die sie vor fünf oder zehn Jahren mal war. Sie hat sich mit mir entwickelt, mit meinen Umzügen, meinem Leben, meinem Geschmack, meinen Werten und den Dingen, die mir wichtig geworden sind. Heute würde ich sagen, dass sie gleichzeitig modern, Bohème und Vintage ist, da sie aus Möbeln und Accessoires ganz unterschiedlicher Herkunft besteht. Bei mir findet man alte Schulstühle, Designerlampen, Webteppiche aus Kokosfasern, einen Traumfänger und einen sonnenförmigen Wandspiegel mit Rattanverzierung. Alles vereinigt sich zu dem sicheren Kokon, den Thomas und ich so sehr schätzen und den wir auf der Terrasse, am Esstisch und im Bett um uns haben.

Meine Einrichtung ist wie die Summe von dem, was ich bin und allem, was ich war – und spiegelt auch das gleichberechtigte Paar wider, dass wir sind.

Welches ist dein Lieblingszimmer?

Clémence: Das Wohnzimmer, kein Zweifel! Ich habe versucht, uns ein schönes Schlafzimmer und mir ein tolles Büro einzurichten, aber ich lande immer am Esstisch oder auf dem großen Sofa – sei es zum Faulenzen, Lesen, Bloggen, Serien gucken oder sogar zum Arbeiten. Ich liebe dieses Zimmer, das Leseecke, Küche bzw. Esszimmer und Raum für Geselligkeit perfekt vereint.

Hast du einen Tipp für alle, die, wie du, verschiedene Couchtische miteinander kombinieren möchten?

Clémence: Nicht zögern, mit Farben, Größen, Formen und Materialien zu variieren – aber auch nicht zu exzentrisch! Das ist das Coole an Beistelltischen in verschiedenen Höhen: die Vielfalt!

Wohnzimmer mit braunem Sofa, blauen Kissen, MYCS Couchtisch in Nussbaum und dekorativen Accessoires
Das Wohnzimmer: Harmonisch aufeinander abgestimmte Farben, Naturmaterialien und viel Grünes

Du scheinst einen grünen Daumen zu haben. Was hältst du vom Urban Jungle Trend?

Clémence: Nein, tatsächlich habe ich keinen grünen Daumen. Ich kann stolz behaupten, dass es schon besser ist als vor ein paar Jahren, aber ich muss noch viel dran arbeiten. Ich wähle eigentlich immer leichte Projekte, um mich nicht zu entmutigen, aber bei Urban Jungle mache ich eine Ausnahme, weil ich den Stil einfach liebe! Ich finde, Grün und Natur sind in einem Haus einfach essentiell. Besonders, wenn man in der Stadt wohnt. Sie holen einen Hauch Frische und „Draußen“ rein. Für unser künftiges rollendes Heim handle ich gerade mit Thomas aus, dass wir auch ein paar kleine Sukkulenten oder Kakteen mitnehmen.

Was ist dein persönliches Trendmaterial?

Clémence: Korb- und Jutefasern wegen ihrer Natürlichkeit. Diese Materialien liebe ich: als schöne Blumenampeln, Stühle, Körbe oder Teppiche. Zudem sind sie strapazierfähig, also ideal für ein fahrendes Zuhause. Wir überlegen, den großen Wohnzimmerteppich zu schnappen und ihn in einen weichen Boden für unser neues vierrädriges Haus zu verwandeln.

Clémence Wohnzimmer mit ECLYPSE Tisch aus Nussbaum, Katze Nel und dekorativen Pflanzen
Katze Nel hat auch Gefallen an den MYCS Couchtischen aus Nussbaum gefunden

Liebe Clémence, vielen Dank für das Gespräch!