Holz – seine verschiedenen Gesichter im Interior Design

Ob hell oder dunkel, rötlich oder bräunlich, leicht oder stark gemasert – Holz ist eines der beliebtesten Einrichtungsmaterialien und bringt neben den äußeren auch spannende innere Eigenschaften mit …

Holz als Einrichtungsmaterial

Holz ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Menschheit und erfreut sich auch im Interior-Bereich größter Beliebtheit. Es besticht durch eine hohe Belastbarkeit, einfache Be- und Verarbeitung sowie eine antistatische und antibakterielle Wirkung, die vor allem Allergikern im Wohnbereich zu Gute kommt. Zudem unterstützt Holz in jeglicher Form das Raumklima, indem es je nach Luftfeuchtigkeit Feuchtigkeit aus dieser aufnimmt oder an sie abgibt. Abgesehen von seinen unsichtbaren Eigenschaften bringt das Allround-Talent Holz auch optisch Wärme und Lebendigkeit mit sich und stillt die Sehnsucht nach taktilen Reizen durch seine besondere Oberflächenstruktur.

Wer Holz – ob als Möbelstück, Bodenbelag oder ähnliches – in die eigenen vier Wände integrieren möchte, sollte jedoch darauf achten, dass es aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt, um der industriellen Massenabholzung entgegenzuwirken. Dies gilt vor allem für Tropenhölzer. Holzprodukte, die zum Beispiel mit dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) versehen sind, kannst du bedenkenlos kaufen. Das FSC setzt sich weltweit für eine umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern ein.

Aufeinander gestapelte Baumstämme in unterschiedlichen Farbnuancen
Holz sollte aus verantwortungsvollem Anbau bezogen werden

Natürlich schön: Holzmöbel

Die richtige Dosis finden

Böden, Möbel, Accessoires und Wand- oder Deckenvertäfelungen aus Holz finden sich in vielen Wohnungen und Häusern wieder. Versprühen sie einzeln einen besonderen Charme, können die verschiedenen Holzvarianten in Kombination jedoch schnell überladen wirken … Die richtige Dosis macht den Unterschied! Holz ist nicht nur reines Zweckmaterial zur Raumausstattung, sondern auch Trendmaterial mit Highlight-Potential. Durch das Zusammenspiel mit anderen Materialien heben sich Holzmöbel gezielt ab und werden zu besonderen Stücken im Raum: Hier eine stilvolle Nussbaum-Kommode im Mid-Century Stil, dort ein Glastisch mit filigranem Metallgestell und schon sind spannende Kontraste geschaffen. Und obwohl auch das Zusammenspiel verschiedener Hölzer bei richtiger Dosierung tolle Effekte erzielt, sind innerhalb eines Möbels individuelle Kombinationen aus Holz und Farblack ebenfalls spannend.

Regal unter Dachschräge mit Fronten in Weiß, Grau, Eiche und Nussbaum, dazu ein runder Beistelltisch in Eiche sowie ein Sessel mit Holzrahmen und dunklem Sitzkissen
Ein tolles Team: Zu den Grundfarben Weiß und Grau gesellt sich eine Kombination aus Eiche und Nussbaum

Helle Hölzer: Buche und Eiche

Lebendig, frisch, leicht – Möbel in hellen Holzarten wie Buche oder Eiche sind mit fast jedem Einrichtungsstil und Farbkonzept vereinbar und fügen sich dezent in das Gesamtbild ein. Die skandinavische Komposition aus hellen Holzmöbeln und Weiß verschafft kleinen Räumen Luft und betont die Weitläufigkeit modern-minimalistischer Lofts. Wer auf spannende Akzente setzen möchte, macht mit hellen Hölzern ebenfalls nichts falsch! Sie bieten sowohl für knallige Farben wie Rot oder Gelb als auch für gedeckte Farben wie Grau oder Schwarz eine optimale Präsentationsfläche.

Luftig Leicht: Schlichtes Design trifft auf eine dezente Farbgebung in Weiß, Grau und Eiche

Dunkle Hölzer: Nussbaum und Wenge

Möbel in dunklen Holztönen wie Nussbaum, Wenge oder Ebenholz besitzen ein klassisch-elegantes Erscheinungsbild. Vor allem im Zusammenspiel mit gedeckten Naturtönen – von Grau und Braun über Forest Green bis hin zu Aubergine – entfalten sie ihre hochwertige Strahlkraft. Ob Wenge-Tisch im angesagten Japanordic Stil oder der All-Time-Favorite Nussbaum-Kommode im Mid-Century Stil – es sind stets auffallend unauffällige Statement-Pieces, die jeden Raum aufwerten und stilvolle Highlights setzen. Doch auch wer auf helle Farbnuancen wie Weiß und Creme als Einrichtungsgrundlage setzt, macht mit gezielt eingesetzten Möbelstücken in dunklem Holz alles richtig! Hier bieten sie einen schönen, natürlichen Farbkontrast, ohne das leichte Farbkonzept zu stören.

Kommode in Weiß mit großen Schubladen in Nussbaum, darauf dezente Accessoires in Grau und Weiß
Vereinzelte Fronten in Nussbaum sorgen im sonst minimalistischen Umfeld für einen edlen Akzent

Massivholz und Holzfurnier – was ist was?

Möbel aus Massivholz sind Möbelstücke, deren Bestandteile – bis auf Schubkastenböden und Rückwände – aus massivem Holz ein und derselben Holzart gefertigt wurden. Als Grundlage dienen Leimholzplatten. Sie werden durch das Verleimen von drei Schichten massiver Bretter hergestellt, wobei das mittlere üblicherweise quer zu den äußeren liegt. So gleichen sich die Bewegungen der Bretter aus und beugen Wellenbildungen vor. Daran anschließend erfolgen Zuschnitt und Oberflächenveredelung.

Holzfurniere sind dünne Holzblätter in 0,3 bis 6 mm Dicke, die auf Trägermaterialien wie formstabiles MDF oder andere Holzwerkstoffe geleimt werden. Somit bezeichnet „Furnier“ nicht das Hauptmaterial des Möbelstücks, sondern lediglich dessen hochwertige Oberflächenbeschichtung.

>> Wie Furniere genau hergestellt werden und wie das MYCS Furnierbild aussieht, erfährst du in unserem Artikel zur Faszination Furnier!

Collage aus einem ovalen Beistelltisch mit Eichenplatte und schwarzen Beinen und einem Bett aus massiver Eiche
LINKS: Beistelltisch mit hochwertigem Eichenfurnier, RECHTS: Bett und Kommode aus massiver Eiche

Vollholz und Echtholz – was ist der Unterschied?

In Zusammenhang mit Massivholz und Holzfurnieren fallen des Öfteren die Begriffe „Vollholz“ und „Echtholz“. Doch was sagen sie über das jeweilige Möbelstück aus?

Aus Vollholz, der natürlichsten Form des Holzes, bestehen Möbel, deren Bestandteile aus jeweils durchgehenden, kompletten Holzstücken gefertigt sind (anders als beim Massivholz, das wie oben beschrieben aus Schichten besteht). Die Bezeichnung Echtholz hingegen bezieht sich auf Möbel, deren Kern aus Holzwerkstoffen gefertigt und die mit Echtholz furniert sind.

Die perfekte Grundlage: Holzböden

Neben Möbeln findet sich Holz meist als Bodenbelag in unseren vier Wänden wieder, denn es ist nicht nur ein natürliches Material, sondern auch unwahrscheinlich widerstandsfähig und langlebig. Insbesondere harte Hölzer wie Eiche eignen sich perfekt als Bodenbelag. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Durch stetige, individuelle Nutzung erhält der Holzboden einen einzigartigen Charakter. Genau wie Holzmöbel beeinflusst auch ein Holzboden merklich das Raumklima positiv. Zudem wirkt er schallisolierend und verbessert somit zusätzlich die Raumakustik, die sich ebenso wie das Raumklima nachweislich auf unser Gemüt auswirkt.

Dies ist nicht nur in Ruhezonen von Vorteil, sondern zum Beispiel auch in der Gestaltung vom Kinderzimmer. Hier wird gespielt, getobt, gelacht und das größtenteils auf dem Boden … und damit kommt ein weiterer wichtiger Aspekt zum Tragen: Holz hält nicht nur tosenden Lärm im Zaum, sondern wirkt auch wärmedämmend. Kalte Füße ade!

Auch die Wahl des Holzes – helle Eiche, Buche oder dunkles Nussbaum – beeinflusst unser Raumempfinden maßgeblich und sollte aufgrund dessen gut durchdacht sein. Kleine Räume erhalten durch helle, lange Dielen Weite, während in offen gestalteten Wohnräumen dunkle Holzböden für zusätzliche Wärme sorgen und einen edlen Kontrast zu rauen Materialien wie Beton oder Metall bilden.

Arbeitsplatz mit Schreibtisch, Stuhl und Arbeitsutensilien und Fußboden in dunklem Holz
Der in Weiß gehaltene Arbeitsbereich erhält durch den dunklen Holzboden ein wohnliches Flair

Warum macht Holz Geräusche?

Hab ihr euch in ruhigen Momenten auch schon mal darüber gewundert, warum eure Holzmöbel knacken? Möbel und Böden aus Holz sind Natur pur und so arbeitet das Material auch nach seiner Verarbeitung weiter. Insbesondere Temperatur- und Luftschwankungen rufen eine natürliche Reaktion des Holzes hervor. Seine Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und wieder abzugeben, führt zu Verformungen, die das Holz knacken oder knarren lassen.

>> Worauf du sonst noch achten solltest, findest du in unserem Artikel zur Holzpflege!