Faszination Furnier – das Beste vom Holz

Ob exzentrisch oder dezent gemustert, dunkel oder hell – Holzfurnier zählt zu den vielfältigsten Naturmaterialien im Interior Design überhaupt. Wir erklären euch, was Furniere sind, wie sie hergestellt werden und was sie so besonders macht.

Ein Holzfurnier (franz. fournir = mit etwas versehen) ist ein dünnes Holzblatt in 0,3 bis 6 mm Dicke, das auf ein Trägermaterial, wie formstabiles MDF, geleimt wird. Diese Technik wurde bereits vor über 3000 Jahren im baumarmen Ägypten entwickelt. Renaissance, Barock und Rokoko zählen zu den Hochzeiten des Furniers, wo es aufgrund der aufwändigen Handarbeit nur Adel und reichstem Bürgertum vorbehalten war. Erst als im 19. Jahrhundert die industrielle Furnierproduktion aufkam, wurde das Material für weitere Schichten erschwinglich und ist auch heute noch – insbesondere in der Möbelproduktion – äußerst beliebt.

Einzigartiges Filetstück des Baumes

Furnier gehört zum Edelsten, was aus Holz gefertigt werden kann. Es verschönert nicht nur Möbel, sondern auch Türen, Parkett und sogar Autoarmaturen. Dabei ist jedes Furnierblatt ein wertvolles Unikat: Schließlich ist Holz ein Naturprodukt und jeder Baum wächst einzigartig. Damit ein Furnier seiner veredelnden Wirkung gerecht wird, wird es nur aus den besten Hölzern geschnitten.

Unersetzbare Handarbeit

Obwohl Holzfurniere heutzutage industriell gefertigt werden, steckt immer noch viel Expertise und Handarbeit in ihrer Herstellung. Von der Suche des passenden Baumes über die Analyse der Holzbeschaffenheit und die Wahl der besten Abschnitte im Holz, hin zur Auswahl des perfekten Furnierblatts für das jeweilige Endprodukt – bei jedem Schritt sichern prüfende Blicke die Qualität des Furniers.

mycs Wandregal mit hellem Holzfurnier und weiteren Farbtönen wie Rot, Grau und Schwarz
Helles Holzfurnier trifft auf kräftige Farben wie Schwarz und Rot

Bildgebende Holzmaserung

Je nach der ursprünglichen Lage des Holzes im Stamm und wie die Jahresringe zerschnitten werden, unterscheidet man zwischen fünf Erscheinungsbildern: Das Streifenfurnier stammt aus der mittleren Partie eines Baumstamms, das Fladerfurnier aus dem äußeren Teil, das Maserfurnier wird aus Partien mit starken Verwachsungen geschnitten, das Wurzelfurnier – das ebenfalls lebhaft gemasert ist – aus dem Wurzelstock. Das Hirnholzfurnier wird, statt in Blättern, quer zum Stamm in Scheiben gesägt. Das Fladerfurnier ist mit seiner ovalen bis parabelförmingen Maserung – auch Textur genannt – in der Inneinrichtung besonders beliebt.
Wie stark die Zeichnung eines Furniers ist, hängt von der Holzart ab. Während Eiche zum Beispiel eine deutliche Maserung trägt, ist die Textur der Buche in zarten Linien gerade noch zu erkennen.

Das MYCS Furnierbild

Jeder Möbelhersteller legt sein eigenes Furnierbild fest. Dabei können die einzelnen Furnierblätter je nach gewünschtem Bild zusammengefügt werden. Beim Stürzen liegen sich dabei ähnlich strukturierte Blätter spiegelbildlich gegenüber, während beim Schieben Blätter mit einer ähnlichen Struktur so nebeneinander gelegt werden, dass sie ein paralleles, ruhiges Bild ergeben. Beim Kopfstürzen läuft die Maserung in verschiedene Richtungen.
MYCS hat sich bei den Furnieren aus Nussbaum und Eiche für ein wilderes Bild mit einer Mischung aus Flader- und Streifenfurnier entschieden, während Buche mit geschobenem Streifenfurnier eine sehr ruhige Textur aufweist. Ob eure Wohnwand also die ungezähmte Seite des Holzes oder eine ruhigere Atmosphäre vermittelt, entscheidet ihr bei der Wahl des Holzes.

Kommode in Weiß mit Eiche-Echtholzfurnier-Schubladen
Weiße mycs Kommode samt Schubladen mit Eiche-Echtholzfurnier

Die Herstellung bestimmt die Farbe

Am Anfang der Furnierproduktion werden die entrindeten Baumstämme in heißem Wasser gedämpft. Das hat zwei Effekte: Das Holz wird so geschmeidig, dass es sich später ganz glatt schneiden lässt und die Dauer des Dämpfens beeinflusst die Furnierfarbe. Die ursprüglich weiße Buche nimmt durchs Dämpfen beispielsweise einen Rosaton an. Abhängig von Holzart und Farbanspruch kann die Dämpfzeit so von einem Tag bis zu zwei Wochen variieren. Danach werden die dünnen Furnierblätter entweder durch Sägen, Schälen oder den sogenannten Messerschnitt vom Stamm getrennt und in Anlagen getrocknet, was sie zudem bügelt. Dieser Vorgang erfordert viel Erfahrung, denn zu trockene Blätter werden brüchig, während zu feuchte schimmeln.

Vielfältiges Holzfurnier

Da sich fast jede Holzart zur Furnierherstellung eignet, die Farben durch den Dämpfprozess variieren und die Maserungen so einzigartig sind wie die Bäume, die sie mit ihren Jahresringen und Zuwachszonen produzieren, hat jedes Furnier einen individuellen Charakter. Das verleiht diesem Interior-Wunder aus nachwachsendem Rohstoff eine zeitlose Eleganz, die jeden Modetrend überlebt. Wenn ihr die Gestaltung mit Holzfurnier etwas auflockern wollt, kombiniert es mit farbigen Lacken!