Japanordic – Fusion von Fernost und hohem Norden

Was haben Japan und Skandinavien gemeinsam? Mehr als man denkt! Wir zeigen euch den neuen Trend und erklären, was ihn so besonders macht.

Eine Brücke schlagen

Sowohl unsere nördlichen Nachbarn als auch jene in Ost-Asien liebe ihre Rituale – wie beispielsweise den Saunagang oder die Teezeremonie, sind bescheiden und schätzen wahre Handwerkskunst. Insbesondere Dänemark und Japan hegen enge Beziehungen. Viele dänische Kunsthandwerker gehen während ihrer Ausbildung nach Japan. Ob Hygge oder Zen, in beiden Ländern nimmt Entschleunigung einen hohen Stellenwert ein.

Scandi Look trifft Wabi-Sabi

Die schlichten, reduzierten Formen des skandinavischen Designs lassen sich mit zahlreichen Einrichtungsstilen kombinieren. So auch mit dem japanischen. Tatsächlich passen die beiden Stile aufgrund ihrer Liebe zur Einfachheit besonders gut zusammen! Das japanische Ästhetik-Konzept Wabi-Sabi verleiht dem Scandi Look einen besonderen Reiz, denn es besagt:

Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie.

Beistelltisch mit Keramikdekoration und Ikebana-Blumengesteck
Dieses Orchideen-Arrangement ist von der japanischen Ikebana-Kunst inspiriert

Japanordic – die Grundeinrichtung

Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr! Den Japanordic Style zeichnen wenige, aber dafür erlesene Möbel aus. Ein warmes Flair transportieren Möbelstücke aus hellem Holz, wie Buche oder Eiche. Wer es cleaner mag, wählt weiße Möbel. Auf kräftige Farben und Buntes wird im japanisch geprägten Interior Design verzichtet. Spannung erzeugen stattdessen Kontraste zwischen Hell und Dunkel. Ein Kern-Element der japanischen Architektur sind die Shōji – mit Reispapier bespannte Raumteiler. Diese können im Japanordic entweder klassisch aufgegriffen werden (zum Beispiel an einer Wand sowie als Raumtrenner) oder ihr Design wird modernisiert adaptiert – beispielsweise mit Regalen, die ihr Muster imitieren.

Links Birnenblütenzweige in Vase und rechts Keramikschüssel
Obstblüten und lasierte Keramik – mehr braucht es nicht für den frischen Japanordic Look

Florales, Keramik und Textilien

Es sind meist die Accessoires, die einer Stilrichtung erst den letzten Schliff verleihen. Während die Möbel im klassischen skandinavischen Design gehalten sind, sorgen bestimmte Deko-Elemente für die fernöstliche Note. So werden unter anderem minimalistische Blumenarrangements im Stil der japanischen Ikebana-Steckkunst zum Hingucker auf einem weißen Sideboard. Stoffe, Akzent-Tapeten oder auch Keramikschalen im traditionellen Asanoha-Design einer stilisierten Hanfblüte sind nicht nur hübsch, sondern symbolisieren schnelles und gesundes Wachstum.

Auch die indigoblau-gefärbten Boro-Textilien (boro = zusammengeflickt) vermitteln den authentischen Charme Japans – zum Beispiel als Statement-Kissen. Was auf keinen Fall fehlen darf und ohnehin einer der Interior Trends 2017 ist, sind japanische Keramik-Accessoires wie Tee-Sets, Schalen und Vasen. In echter Handarbeit gefertigt, bringen sie Persönlichkeit ins Haus. Ein weiteres japanisches Must-Have sind kleine Teppiche. Traditionell werden diese auf die Eingangsstufe gelegt, doch verfeinert mit grafischen Mustern, machen sich die maximal 120 x 60 cm großen Teppiche auch im Wohn- oder Schlafzimmer gut.

Japanische Muster und Materialien und Textilien
Japanische Muster wie Asanoha (Blau) und Seigaiha (Rot) sind genauso beliebte Accessoires wie Tatami-Teppiche (oben rechts) und Bambus

 

Reisetipp: Designmuseum Danmark

Die Dänisch-Japanischen-Handelsbeziehungen und somit auch der kulturelle Austausch feiern 2017 ihr 150-jähriges Jubiläum. Wenn es euch also dieses Jahr nach Kopenhagen verschlägt, besucht doch mal im Designmuseum Danmark die derzeitige Ausstellung Learning From Japan (bis 24.09.17).

Japanisches Keramikteeset auf Tablett, aus dem Designmuseum Danmark
Dieses japanische Tee-Set könnt ihr in der Ausstellung „Learning from Japan“  im Designmuseum Danmark bewundern. Foto: Pernille Klemp

 

Noch nicht genug vom neuen Interior-Trend? Dann schaut doch mal bei uns auf Pinterest vorbei. Auf unserem Japanordic Board findet ihr weitere tolle Inspirationen!