Ostern in Skandinavien – vertraut und doch ganz anders

An Ostern mischen sich christliche Traditionen und heidnische Bräuche zu interessanten Ritualen. Geht mit uns auf Entdeckungstour und erfahrt, wie Schweden, Norweger, Finnen und Dänen ihre Feiertage verbringen.

Grünes Fest in Schweden

In Schweden läutet Ostern traditionell die warme, helle Jahreszeit ein. Bereits einige Wochen vor Ostern säen die Kinder Gras auf ein Tablett, damit es an den Feiertagen schön grünt und mit kleinen Küken und Eiern dekoriert werden kann. Als Osterschmuck werden außerdem Birkenzweige im Haus verteilt und mit bunten Hühnerfedern und Eiern geschmückt. Auch diese Zweige holen die Schweden schon ein paar Tage vor Ostern ins Warme, damit sie passend zum Fest blühen und sprießen.
An Gründonnerstag verkleiden sich kleine Schweden als Osterhexen, sogenannte Påskkärringar: Sie ziehen alte Kleider an, legen ein Kopftuch um und schminken ihre Wangen und Lippen rot. So ziehen sie mit einem Besen und einem Topf oder Teekessel von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten. Von ihren Eltern bekommen die Kinder am Sonntag noch ein Ei aus Pappmaché, gefüllt mit noch mehr Süßem.
An Ostersamstag wird das große Påskbord – Osterbuffet – für Sonntag vorbereitet. Vielerorts darf eingelegter Hering nicht fehlen und natürlich spielen Eier eine große Rolle – zum Beispiel als Äggstanning in gestockter Form. Diese werden in Schweden übrigens nicht vom Hasen, sondern vom Osterküken gebracht. Zum Festessen wird der allseits beliebte Påskmust, eine Kräuterlimonade, getrunken.
Da viele Schweden ein Sommerhaus, eine Sommerstuga, besitzen, nutzen sie die freien Tage zu Ostern auch dazu, dorthin zu reisen und es fit für die kommenden Monate zu machen.

Birkenzweige in einer Vase
Zu Ostern holen sich die Schweden Birkenzweige ins Haus

Weißes Fest in Norwegen

Ganz anders halten es die Norweger. Statt der Sonne entgegen fahren sie dem Schnee hinterher. Sie nutzen die Feiertage für einen Skiurlaub in den Bergen und erholen sich bei viel frischer Luft und Bewegung. Wer in seiner “Hytte” nicht die Skisaison ausläutet, der nutzt die Zeit um zu “gå på tur” (wandern).
Eine einzigartige norwegische Ostertradition ist der Påskekrim, der Osterkrimi. Passend zu den Feiertagen werden in Norwegen die Krimineuerscheinungen publiziert, das Fernsehprogramm ist voller Krimiausstrahlungen – sogar auf Milchpackungen werden Kurzkrimis abgedruckt.

Weißer Winterwald mit Birkenbäumen
Die Norweger zieht es zu Ostern in die verschneite Natur

Lautes Fest in Finnland

In Finnland beginnt das Osterfest bereits am Palmsonntag (eine Woche vorher) mit einer auf den ersten Blick wenig besinnlichen Tradition: Jeder bewaffnet sich mit einer Birkenrute und verteilt damit Hiebe an seine Freunde und Familie. Diese leichten Schläge bringen Glück fürs anstehende Jahr und symbolisieren die Palmwedel zum Einzug Jesu in Jerusalem.
Ostersonntag finden dann lautstarke Umzüge statt. Die Kinder ziehen durch die Straßen, um mit Trommeln, Dosen, Tröten und allem, was Krach macht, die bösen Wintergeister zu vertreiben und den Weg für den Frühling zu ebnen.
Ein süßes Gericht, das bei den Finnen Karfreitag nicht fehlen darf, ist Mämmi: optisch gewöhnungsbedürftig, lange vorzubereiten und doch ein Muss!

Lustiges Fest in Dänemark

Die Dänen greifen während des Osteressens gerne zum „Påskebryg“, dem starken Osterbier. So können sie sich angeheitert einer typisch dänischen Tradition widmen, dem „Gækkebrev” (Narrenbrief). Sie schreiben sich untereinander kleine Ostergedichte, die sie sich dann anonym zukommen lassen. Die Empfänger müssen nun raten, wer das Gedicht verfasst hat. Liegen sie richtig, erhalten sie ein Osterei, liegen sie falsch, müssen sie dem eigentlichen Verfasser ein Ei schenken.

Rote Holzwand eines skandinavischen Hauses mit weißem Fenster
Ganz à la Hygge machen es sich die Dänen an Ostern zu Hause gemütlich

Egal, wie traditionell ihr feiert und welche Familienbräuche ihr hoch haltet, wir wünschen euch allen frohe Ostern!